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 bad drug news

Dezember 2010

Medroxyprogesteronacetat (Depo-Provera®) erhöht das Frakturrisiko

Autor(in):
Datum: 1. Dezember 2010

Medroxyprogesteronacetet, ein dreimonatlich verabreichtes Gestagen-Kontrazeptivum, kann eine Abnahme der Knochendichte hervorrufen. Dass dies auch mit einer erhöhten Frakturrate einherzugehen scheint, ist das Ergebnis einer von Schweizer Autoren getragenen Fall-Kontroll-Studie. Über 17ʼ000 Frauen, die eine Spontanfraktur erlitten hatten, wurden mit rund 70ʼ000 Frauen verglichen, bei denen keine Fraktur vorgekommen war. In der Fallgruppe gaben 11% der Frauen, irgendwann einmal Medroxyprogesteronacetat verwendet zu haben, in der Kontrollgruppe 8%. Das Frakturrisiko stieg dabei mit der Anzahl der Verschreibungen, die stattgefunden hatten: bei ein bis zwei Verschreibungen betrug die «Odds Ratio» 1,18, bei drei bis neun 1,36 und bei mindestens zehn 1,54.

Abstract der Fall-Kontroll-Studie aus dem «Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism»:
http://mpa-jcem.notlong.com

«pharma-kritik»-Nummer zu den langwirkenden Gestagen-Kontrazeptiva (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):
http://www.infomed.org/pk_template.php?pkid=694

 

Cotrimoxazol (Bactrim® u.a.) und orale Antikoagulantien — neue Daten zu einer altbekannten Interaktion

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 8. Dezember 2010

In einer Fall-Kontroll-Studie wurden über 2000 Patienten und Patientinnen analysiert, die – unter Warfarin – eine obere Gastrointestinalblutung erlitten hatten. Als Kontrollen dienten antikoagulierte Personen ohne Blutungsereignis. In der Fallgruppe fand man eine fast viermal so hohe Wahrscheinlichkeit wie in der Kontrollgruppe, dass in den 14 Tagen, die der Gastrointestinalblutung vorangegangen waren, Cotrimoxazol eingesetzt worden war. Unter den anderen Antibiotika, die bei Harnwegsinfekten geläufig sind, ermittelte man lediglich noch für Ciprofloxacin ein – leicht – erhöhtes Risiko. Als Schlussfolgerung wird geraten, Harnwegsinfekte bei antikoagulierten Personen möglichst nicht mit Cotrimoxazol zu behandeln.

Abstract der Fall-Kontroll-Studie aus den «Archives of Internal Medicine»:
http://cotrimoxazol-archinte.notlong.com

«pharma-kritik»-Nummer zu Cotrimoxazol:
http://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=43

 

Paracetamol — Leberversagen auch unter «normalen» Dosen möglich

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 15. Dezember 2010

Im «British Medical Journal» wurde kürzlich von zwei Personen berichtet, bei denen sich unter einer Paracetamol-Tagesdosis von 4 g ein akuter Leberschaden entwickelte. Im einen Fall handelte es sich um einen 43-jährigen, an einem Morbus Crohn leidenden Mann, der sich in einem schlechten Ernährungszustand befand, nur noch 30 kg wog und letztlich an einem Multiorganversagen starb, im anderen Fall um eine 32-jährige Frau, bei der ein Alkoholabusus vorlag.
Die beiden Fälle erinnern daran, dass eine Paracetamol-Tagesdosis von 4 g, die als obere, aber noch sichere Grenze gilt, unter ungünstigen Umständen bereits einen schweren Leberschaden auslösen kann. Gefahr bedeuten insbesondere Zustände, bei denen ein Glutathionmangel oder eine Zytochrominduktion besteht, was nach Paracetamol-Einnahme zu erhöhten Spiegeln des hepatotoxischen Metaboliten führen kann.

Fallberichte aus dem «British Medical Journal»:
http://paracetamol-bmj.notlong.com

Aktuelle Übersicht zu Paracetamol:
http://paracetamol-ccjm.notlong.com

Früherer BDN-Text zu Paracetamol:
http://www.infomed.ch/bdn.php?bdnid=236

 

Dolasetron (Anzemet®) soll nicht mehr intravenös verabreicht werde

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 21. Dezember 2010

Gemäss einem Rundschreiben der FDA soll die intravenös verabreichte Form von Dolasetron, einem antiemetisch wirkenden 5-HT3-Antagonisten, nicht mehr zur Prophylaxe von zytostatikainduziertem Erbrechen eingesetzt werden. Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass höhere Plasmaspiegel von Dolasetron, wie sie nach einer Injektion auftreten können, zu einer signifikanten QT-Verlängerung und anderen EKG-Veränderungen führen und als arrhythmogen einzustufen sind.

FDA-Mitteilung:
http://dolasetron-fda.notlong.com

 

Erhöhte Mortalität infolge Somatotropin-Behandlung?

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 29. Dezember 2010

In einer FDA-Mitteilung wird über Ergebnisse einer in Frankreich initiierten Beobachtungsstudie berichtet. In dieser Studie wurden mehrere tausend Individuen, die als Kinder wegen eines Kleinwuchses bzw. eines Wachstumshormon-Mangels mit rekombinantem Wachstumshormon (Somatotropin) behandelt worden waren, im Langzeitverlauf verfolgt. Wie eine erste Analyse ergab, scheint eine Somatotropin-Behandlung die Mortalität um rund 30% zu erhöhen (93 Todesfälle gegenüber dem Erwartungswert von 70 Todesfällen), wobei sich eine Dosisabhängigkeit abzeichnete. Die erhöhte Mortalität wäre vor allem einer Zunahme von Knochentumoren und kardiovaskulären Erkrankungen anzulasten.

FDA-Mitteilung:
http://somatotropin-fda.notlong.com

 
Dezember 2010
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