bad drug news

Januar 2007

Wehenmittel als Risikofaktor für Fruchtwasserembolie?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 22. Januar 2007

In einer retrospektiven Kohortenstudie in Kanada wurden über 3 Millionen Geburten analysiert. Dabei zeigten sich verschiedene Risikofaktoren, die mit dem Auftreten einer Fruchtwasserembolie assoziiert waren, einer für die Mutter potentiell tödlichen Geburtskomplikation. So ist das Risiko einer Fruchtwasserembolie zum Beispiel erhöht, wenn die Mutter über 34 Jahre als ist, wenn nicht vaginal und spontan geboren wird, wenn gewisse Schwangerschaftskomplikationen (Placenta praevia u.a.) vorliegen, jedoch anscheinend auch, wenn wehenfördernde Medikamente eingesetzt werden. Durch Wehenmittel wurde das Risiko einer Fruchtwasserembolie mit einer «Odds Ratio» von 2,0 erhöht; bei denjenigen Fällen mit tödlichem Ausgang betrug der Wert sogar 3,5. Abstract der Studie aus der Zeitschrift "Lancet":
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=AbstractPlus&list_uids=17055946&query_hl=37&itool=pubmed_docsum

 

Tennisellbogen: Schlechtes Langzeitergebnis mit Steroidinjektionen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. Januar 2007

In einer Studie mit knapp 200 Personen, die an einem Tennisellbogen (Epicondylitis radialis) litten, wurden drei verschiedene Massnahmen verglichen: (1) lokale Injektionen mit einem Kortikosteroid (10 mg Triamcinolon = Kenacort® A u.a.), (2) Physiotherapie inklusive einem Heimprogramm und (3) reines Abwarten ("wait and see"). Während der ersten 6 Wochen wirkte die Steroidinjektion deutlich besser als die beiden anderen Massnahmen. Danach kehrte sich aber das Bild, auch weil es in der Steroidgruppe zu Rückfällen kam: der Prozentsatz der Behandelten, bei denen die Beschwerden vollständig oder grossenteils verschwunden waren, erreichte in der Physiotherapie-Gruppe nach einem halben Jahr 86% und nach einem Jahr 94%; in der "Wait-and-see"-Gruppe waren es 83% bzw. 90%, in der Steroidgruppe nur 45% bzw. 68% (was gegenüber beiden anderen Gruppen signifikant schlechter war). Volltext der Studie aus dem "British Medical Journal":
http://www.bmj.com/cgi/content/full/333/7575/939

 
Januar 2007
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