bad drug news

August 2005

Cholinesterasehemmer bei Alzheimer-Krankheit — die Kontroverse geht weiter

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. August 2005

In einer systematischen Übersicht wurden 22 placebokontrollierte Doppelblindstudien zusammengefasst, in denen die Wirksamkeit von Cholinesterasehemmern (Donepezil = Aricept®, Galantamin = Reminyl®, Rivastigmin = Exelon®) bei Alzheimer-Krankheit untersucht worden war. In den den meisten Studien waren die Unterschiede gegenüber Placebo zum Beispiel in Bezug auf die kognitiven Funktionen zwar signifikant, erreichten jedoch nicht ein Ausmass, das sich als klinisch relevant bezeichnen lässt. Zudem liessen sich bei praktisch allen Studien methodologische Mängel feststellen. Deshalb kommen die Autoren und Autorinnen der Übersicht zum Schluss, dass die Verschreibung von Cholinesterasehemmern wissenschaftlich wenig fundiert ist – dies ganz im Gegensatz zu einer namhaften Gruppe von Schweizer Fachleuten, denen die Verabreichung von Cholinesterasehemmern nach wie vor als evidenzbasierte Behandlung erscheint.

Volltext der systematischen Übersicht aus dem "British Medical Journal":
http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/331/7512/321

Stellungnahme von Schweizer Fachleuten zu den Cholinesterasehemmern aus dem "Swiss Medical Forum":
http://www.medicalforum.ch/pdf/pdfhist_d/2005/2005-31/2005-31-380.pdf

Frühere BDN-Texte zu Cholinesterasehemmern:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn153.html
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn137.html

 

Blutbildveränderungen und erhöhte Infektanfälligkeit unter Efalizumab (Raptiva®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. August 2005

Efalizumab ist eine neue immunsupprimierende Substanz, die zur systemischen Behandlung einer ausgeprägten Psoriasis angeboten wird. In den USA ist nun ein "Dear Doctor Letter" publiziert worden, in dem vor seltenen, schweren Nebenwirkungen gewarnt wird, die man unter Efalizumab beobachtet hat. Einerseits handelt es sich um hämolytische Anämien, die 4 bis 6 Monate nach Therapiebeginn auftraten, sowie um Thrombozytopenien. Andererseits betrifft es verschiedenartige Infekte wie zum Beispiel Pneumonien, Sepsis, Weichteil- oder Knocheninfekte, die sich neu entwickelt oder trotz Antibiotikabehandlung verschlechtert haben. "Dear Doctor Letter" der Herstellerfirma:
http://www.fda.gov/medwatch/safety/2005/raptiva_deardoc_071205.pdf

 
August 2005
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