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 bad drug news

April 2005

Intraartikulär verabreichte Hyaluronsäure hat bei Kniearthrose keinen klinisch relevanten Nutzen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 21. April 2005

In einer Metaanalyse wurden 22 placebokontrollierte Studien zusammengestellt, in denen Personen mit einer Kniearthrose wiederholte intraartikuläre Injektionen mit Hyaluronsäure oder -derivaten erhalten und sich die Verlaufskontrollen zum Teil bis zu einem Jahr erstreckt hatten. Mit Hyaluronsäure wurden Schmerzen in Ruhe um 1 bis 9%, Schmerzen während oder nach einer Belastung um 1 bis 7% reduziert (ermittelt auf einer 10 cm messenden visuellen Analogskala); obschon teilweise signifikant, sind diese Unterschiede geringer als das, was bei der Angabe einer Schmerzlinderung üblicherweise mit "etwas besser" bezeichnet wird. Auch die Gelenksfunktion vermochte Hyaluronsäure nicht signifikant zu beeinflussen. Häufiger als in den Kontrollgruppen traten bei den Hyaluronsäure-Behandelten zwar harmlose, aber unangenehme Nebenwirkungen auf wie Schmerzen an der Injektionsstelle. Volltext der Metaanalyse aus dem "Canadian Medical Association Journal":
http://www.cmaj.ca/cgi/content/full/172/8/1039

 

Valdecoxib (Bextra®) verschwindet

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 8. April 2005

Obwohl Pfizer gemäss Zeitungsberichten mit den Zulassungsbehörden darüber diskutiere, unter welchen Bedingungen der COX-2-Hemmer Valdecoxib (bzw. das entsprechende "Prodrug" Parecoxib) wieder eingeführt werden könnte, gilt seit dem 7. April 2005 ein Verkaufsstopp für dieses Medikament. Fast wider Erwarten hat sich die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA dafür entschieden, den Herstellern den Rückzug von Valdecoxib "nahezulegen". Die Arzneimittelbehörden anderer Länder sind dann, wie üblich, dem FDA-Entscheid gefolgt. Die vorberatende Expertenkommission der FDA hatte im März 2005 noch mit 17 gegen 13 Stimmen empfohlen, Valdecoxib weiter zuzulassen. Bald wurde aber bekannt, dass 10 Mitglieder dieser Kommission finanzielle Beziehungen zu COX-2-Herstellern haben, womit die Glaubwürdigkeit einer "unabhängigen" Beurteilung zunichte gemacht wurde. Für Valdecoxib hat sich negativ ausgewirkt, dass nicht nur ein noch ungenügend definiertes kardiovaskuläres Risiko besteht, sondern dass die Substanz auch häufiger als andere Antirheumatika zu gefährlichen Hautreaktionen führt.

Mitteilung der FDA:
http://www.fda.gov/cder/drug/advisory/COX2.htm

Mitteilung der Swissmedic:
http://www.swissmedic.ch/de/fach/overall.asp?theme=0.00081.00001&theme_id=476

 

COX-2-Hemmer haben eine stärkere blutdrucksteigernde Wirkung als andere nicht-steroidale Entzündungshemmer

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 1. April 2005

Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) können zu einem Blutdruckanstieg führen. Wie eine aktuelle Metaanalyse zeigt, ist dieses Risiko bei COX-2-Hemmern höher als bei anderen NSAID. Im Vergleich zu Placebobehandelten wiesen mit COX-2-Hemmern Behandelte einen um 4/1 mmHg höheren Blutdruck und ein um 61% höheres Risiko auf, dass sich eine arterielle Hypertonie entwickelt; auch der Vergleich mit herkömmlichen NSAID fiel zu Ungunsten der COX-2-Hemmer aus (beim Blutdruck mit einer Differenz von 3/1 mmHg, beim Hypertonierisiko mit einem Unterschied von 25%). Es scheint, dass Rofecoxib (Vioxx®) den Blutdruck stärker erhöht als Celecoxib (Celebrex®). Der blutdrucksteigernde Effekt der COX-2-Hemmer ist möglicherweise ein Faktor, der beim Auftreten der vermehrten kardiovaskulären Nebenwirkungen eine Rolle spielt.

Abstract der Metaanalyse aus den "Archives of Internal Medicine":
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/abstract/165/5/490

Frühere BDN-Texte zu den kardiovaskulären Problemen unter COX-2-Hemmern:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn141.html
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn149.html

 
April 2005
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