bad drug news

März 2005

Intrapleural verabreichte Streptokinase bietet beim Pleuraempyem keinen Nutzen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. März 2005

Zu den Behandlungsoptionen beim Pleuraempyem gehört die intrapleurale Gabe von Streptokinase; man erhofft sich damit, dass die fibrinolytische Wirkung zur Verflüssigung des Empyems beiträgt, so dass sich eher auf einen chirurgischen Eingriff verzichten lässt. Diese Argumentation wird nun durch eine Doppelblindstudie widerlegt: 427 Personen mit einem Pleuraempyem wurden mit Antibiotika und einer Thoraxdrainage behandelt; zusätzlich verabreichte man der einen Hälfte intrapleural Streptokinase (6-mal 250'000 E alle 12 Stunden), der anderen Placebo. Sowohl nach 3 wie nach 12 Monaten fand man in beiden Gruppen keine Unterschiede bezüglich Mortalität und Häufigkeit der notwendig gewordenen chirurgischen Drainagen; auch die Spitalaufenthaltsdauer liess sich durch die Streptokinase nicht verkürzen. Abstract der Studie aus dem "New England Journal of Medicine":
http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/352/9/865

 

Erhöhtes Krebsrisiko durch Pimecrolimus-Crème (Elidel®) und Tacrolimus-Salbe (Protopic®)?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 13. März 2005

Gemäss einem Warnhinweis der amerikanischen FDA erhöhen Pimecrolimus und Tacrolimus möglicherweise auch bei lokaler Applikation – wie sie zur Behandlung der atopischen Dermatitis empfohlen werden – das Krebsrisiko (z.B. Hauttumoren, Lymphome). Sowohl im Tierversuch wie auch in einzelnen Fällen beim Menschen waren nach Anwendung von Pimecrolimus-Crème oder Tacrolimus-Salbe bösartige Tumoren aufgetreten. Das Risiko scheint mit der Dosis und Anwendungsdauer zuzunehmen. Deshalb sollten diese beiden Immunsuppressiva bei atopischer Dermatitis nur eingesetzt werden, wenn andere Massnahmen nicht helfen, sowie jeweils nur vorübergehend und in der geringstnötigen Menge; bei Kindern unter 2 Jahren seien sie kontraindiziert.

Informationen der FDA:
http://www.fda.gov/cder/drug/advisory/elidel_protopic.htm
http://www.fda.gov/bbs/topics/ANSWERS/2005/ANS01343.html

"pharma-kritik"-Nummer zu Pimecrolimus-Crème und Tacrolimus-Salbe (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):
http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk05b-03.html

Metaanalyse zur Wirksamkeit von Pimecrolimus und Tacrolimus bei atopischer Dermatitis (Abstract):
http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/abstract/330/7490/516

 

Hormonsubstitution in der Postmenopause begünstigt Gallenleiden und Urininkontinenz

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 7. März 2005

Mit den Daten der WHI-Studie ("Women's Health Initiative") hat man zwei weitere Analysen durchgeführt, die kürzlich in der Zeitschrift JAMA veröffentlicht worden sind: Die eine Arbeit zeigte, dass eine Hormonsubstitution in der Menopause – sei es mit Östrogenen allein, sei es mit einer Östrogen/Gestagen-Kombination – das Risiko einer Erkrankung der Gallenorgane signifikant erhöht (mit einer "Hazard Ratio" von rund 1,6 bis 1,7). Die andere Untersuchung ergab, dass hormonbehandelte Frauen häufiger oder stärker von Symptomen einer Urininkontinenz geplagt wurden als diejenigen der Kontrollgruppen.

Abstracts der beiden Studien:
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/293/3/330
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/293/8/935

Frühere BDN-Texte zur WHI-Studie:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn69.html
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn90.html
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn95.html

 
März 2005
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