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 bad drug news

November 2004

Makrolid-Antibiotika nützen nicht als Sekundärprophylaxe bei koronarer Herzkrankheit

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 15. November 2004

Basierend auf der Hypothese, dass die koronare Herzkrankheit durch eine Infektion zum Beispiel mit Chlamydia pneumoniae mitbedingt sei, haben mehrere Studien den Nutzen von Makrolid-Antibiotika als Sekundärprophylaxe untersucht. Eine aus diesen Daten angefertigte Metaanalyse zeigte nun, dass Personen mit einer bekannten koronaren Herzkrankheit, die mit Azithromycin (Zithromax®), Roxithromycin (Rulid®) oder Clarithromycin (Klacid®) behandelt wurden, im Laufe der folgenden 3 Monate bis 3 Jahre praktisch gleich häufig einen Herzinfarkt oder plötzlichen Tod erleiden wie diejenigen unter Placebo.

Abstract der Metaanalyse aus der Zeitschrift "Archives of Internal Medicine":
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/abstract/164/19/2156

 

Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker sind mit erhöhtem Pneumonie-Risiko assoziiert

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 5. November 2004

Eine holländische Studie, die mit Daten aus Allgemeinpraxen arbeitete, kommt zum Schluss, dass Protonenpumpenblocker und H2-Antagonisten das Risiko, an einer Pneumonie zu erkranken, signifikant erhöhen. Ohne magensäurehemmende Substanzen betrug die Pneumonie-Häufigkeit 0,6 pro 100 Personen und Jahr, mit solchen Medikamenten dagegen fast 2,5. Unter den Pneumonie-Fällen war die Zahl derjenigen Personen, die unter einer Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer standen, 1,9-mal grösser als die Zahl derjenigen, die aktuell keinen Protonenpumpenhemmer mehr einnahmen (wobei das Pneumonie-Risiko dosisabhängig war); bei den H2-Blockern lag dieser Faktor bei 1,6. Es wird vermutet, dass die reduzierte Magensäure-Sekretion zu einer vermehrten bakteriellen Besiedelung führt. Abstract der Studie aus der Zeitschrift "JAMA":
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/292/16/1955

 

Erythropoietin ist bei Krebskranken nicht immer von Vorteil

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 7. November 2004

Erythropoietin wird bei Krebskranken propagiert, um eine Anämie zu korrigieren und die Lebensqualität zu verbessern. Dass dies mit Einschränkungen zu betrachten ist, zeigt eine kürzlich im "Lancet" veröffentlichte Doppelblindstudie. 351 Personen, die wegen eines fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinoms in Mundhöhle, Pharynx oder Larynx bestrahlt wurden und eine Anämie aufwiesen, erhielten während der Radiotherapie entweder Epoetin beta (Recormon®, 3mal 300 E/kg/Woche subkutan) oder Placebo, und zwar solange, bis sich der Hämoglobinwert normalisiert hatte. Erwartungsgemäss liess sich die Anämie mit Erythropoietin erfolgreicher behandeln als mit Placebo. Aber unter Erythropoietin waren das Intervall, bis ein Lokalrezidiv auftrat, und die Überlebenszeit signifikant kürzer als unter Placebo. Erythropoietin scheint sich auf die Tumorkontrolle negativ auswirken zu können, zum Beispiel dadurch zu erklären, dass es gewissen Tumorzellen als Wachtumsfaktor dient.

Abstract der Studie aus dem "Lancet":
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=14575968&dopt=Abstract

Übersicht zur Anwendung von Erythropoietin bei nicht-urämischen Patient(inn)en:
http://www.bloodjournal.org/cgi/content/full/89/12/4248

Frühere BDN-Texte zu Erythropoietin:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn54.html
http://www.infomed.ch/bad-drug-news/bdn78.html

 
November 2004
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