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 bad drug news

August 2004

Ginseng kann Wirkung von oralen Antikoagulantien reduzieren

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 27. August 2004

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie bei zwanzig gesunden Freiwilligen führte Ginseng zu einer signifikanten Abnahme der Plasmakonzentration von Warfarin und des INR-Wertes. Vermutlich induziert Ginseng hepatische Enzyme, die am Abbau von Warfarin bzw. von oralen Antikoagulantien beteiligt sind. Es ist zu empfehlen, sich bei der Verschreibung von oralen Antikoagulantien nach einer Ginseng-Einnahme zu erkundigen.

Abstract der Studie aus "Annals of Internal Medicine":
http://www.annals.org/cgi/content/abstract/141/1/23

Übersicht zu Nutzen und Risiken von diversen Pflanzenprodukten (mit einem Abschnitt zu Ginseng):
http://www.annals.org/cgi/content/full/136/1/42

 

Neuroleptika erhöhen Risiko eines plötzlichen Herztodes

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 16. August 2004

In einer holländischen Fall-Kontroll-Studie hatte man 554 Leute, die einen plötzlichen Herztod erlitten hatten, knapp 4500 Kontrollpersonen gegenübergestellt. Dabei zeigte sich, dass in der Fallgruppe signifikant häufiger Neuroleptika verwendet worden waren («Odds Ratio» = 3,3). Das Herztod-Risiko stieg mit der Neuroleptikadosis, war jedoch auch unter niedrigen Dosen erhöht. Ferner scheint das Risiko am höchsten zu sein unter der Neuroleptika-Gruppe der Butyrophenone, wozu zum Beispiel Haloperidol (Haldol® u.a.) oder Pipamperon (Dipiperon®) gehören. Der Grund für das erhöhte Herztod-Risiko dürfte darin liegen, dass Neuroleptika die kardiale Repolarisation stören und das QT-Intervall verlängern können. Da praktisch nur herkömmliche Neuroleptika verwendet worden waren, liefert diese Studie keine Aussage zum Herztod-Risiko unter den neueren, atypischen Substanzen.

Abstract der Studie aus "Archives of Internal Medicine" (PubMed-Link):
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=15226162

Frühere BDN-Texte zu kardialen Problemen von Neuroleptika:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn21.html
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn58.html

 

Hepatitis-B-Reaktivierung unter Rituximab (Mabthera®)

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 6. August 2004

Rituximab ist ein monoklonaler Antikörper, der bei gewissen Non-Hodgkin-Lymphomen eingesetzt wird. In Kanada ist per "Dear Doctor Letter" berichtet worden, dass es bei Rituximab-Behandelten zu einer Reaktivierung einer Hepatitis B gekommen ist, zum Teil in eine fulminante Hepatitis und ein tödliches Leberversagen mündend. In den meisten Fällen handelte es sich um Leute, die neben Rituximab auch eine Chemotherapie erhielten. Personen, bei denen ein Risiko für eine Hepatitis-B-Infektion besteht, sollten vor einer Rituximab-Therapie abgeklärt werden. Wenn eine chronische Hepatitis B vorliegt, muss man während einer Rituximab-Behandlung besonders wachsam sein gegenüber Zeichen einer aktiven Hepatitis B.

Kanadischer "Dear Doctor Letter":
http://www.hc-sc.gc.ca/hpfb-dgpsa/tpd-dpt/rituxan_2_hpc_e.html

Übersichten zu Rituximab:
http://annonc.oupjournals.org/cgi/content/full/14/4/520
http://www.ncchta.org/fullmono/mon603.pdf

 
August 2004
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