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 bad drug news

April 2004

Tegaserod (Zelmac® u.a.): Fälle von gefährlichen Darmnebenwirkungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 29. April 2004

Tegaserod, das zur Behandlung des Reizdarmsyndroms eingesetzt wird, führt häufig zu Durchfall. Wie in den USA die Herstellerfirma informiert, war in klinischen Studien der Durchfall bei 0,04% der Behandelten so ausgeprägt, dass wegen Hypovolämie bzw. Hypotonie eine Hospitalisation erforderlich war. Ferner wird darauf hingewiesen, dass unter Tegaserod einzelne Fälle von ischämischer Kolitis oder anderen Formen einer Darmischämie vorgekommen seien; deshalb solle Tegaserod sofort gestoppt werden, wenn Blut im Stuhl beobachtet werde oder sich Bauchschmerzen verstärkten.

Amerikanischer "Dear Doctor Letter":
http://www.fda.gov/medwatch/SAFETY/2004/safety04.htm#zelnorm

"pharma-kritik"-Text zu Tegaserod (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):
http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk18b-01.html

Abstract einer Cochrane-Übersicht zur Behandlung des Reizdarmsyndroms mit Tegaserod:
http://www.cochrane.org/cochrane/revabstr/AB003960.htm

Allgemeine Übersicht zum Reizdarmsyndrom:
http://www.aafp.org/afp/20021115/1867.html

 

 

Tramadol (Tramal® u.a.) unter der Lupe

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 23. April 2004

Ein australisches Editorial befasst sich mit Tramadol, das als Schmerzmittel grosse Popularität geniesst. Einleitend wird darauf hingewiesen, dass die analgetische Wirkung von Tramadol wahrscheinlich nicht nur durch eine Bindung an Opiatrezeptoren, sondern auch durch eine Wiederaufnahmehemmung von Serotonin und Noradrenalin zustandekommt und dass sie wie bei Codein bei herabgesetzter CYP2D6-Aktivität vermindert ist. Dann wird betont, dass Tramadol wohlüberlegt und zurückhaltend verschrieben werden soll: Nebenwirkungen kämen häufig vor (Schwindel und andere opioidähnliche Probleme, Konvulsionen, Blutdruckanstieg und Überempfindlichkeitsreaktionen), und es seien zahlreiche pharmakodynamische und -kinetische Interaktionen beschrieben, darunter diejenigen mit anderen serotoninergen Substanzen sowie mit CYP2D6-Hemmern, aber auch eine mögliche Wechselwirkung mit oralen Antikoagulantien.

Editorial aus dem "Australian Prescriber":
http://www.australianprescriber.com/index.php?content=/magazines/vol27no2/26_27_editorial.htm

Früherer BDN-Text sowie "100-Medi-Blog"-Eintrag zu Tramadol:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn61.html
http://www.infomed.org/100drugs/blog.php?yyyymm=2004-03&year=2004&month=M%E4rz

 

Warnungen zu atypischen Neuroleptika

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 16. April 2004

In den letzten Wochen sind mehrere "Dear Doctor Letters" veröffentlicht worden, die an Probleme von atypischen Neuroleptika erinnern, auf die wir verschiedentlich auch schon hingewiesen haben. So hat die amerikanische FDA alle Hersteller von atypischen Neuroleptika aufgefordert, zu informieren, dass unter atypischen Neuroleptika Hyperglykämien vorgekommen sind, zum Teil verbunden mit einer Ketoazidose oder einem hyperosmolaren Koma. In Grossbritannien und Kanada sind die Analysen von placebokontrollierten Studien publiziert worden, laut denen Risperidon (Risperdal®) und Olanzapin (Zyprexa®) bei dementen Personen das Risiko erhöht, einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) zu erleiden. Das bedeutet, Vorsicht walten zu lassen, wenn atypische Neuroleptika Personen verschrieben werden, die an einem Diabetes mellitus erkrankt sind, ein zerebrovaskuläre Ereigniss in ihrer Vorgeschichte haben oder entsprechende Risikofaktoren aufweisen.

Hyperglykämiewarnung (am Beispiel von Clozapin = Leponex®):
http://www.fda.gov/downloads/Safety/MedWatch/SafetyInformation/SafetyAlertsforHumanMedicalProducts/UCM166139.pdf

Warnung zu Risperidon- und Olanzapin-bedingten zerebrovaskulären Ereignissen:
http://www.mhra.gov.uk/Safetyinformation/Safetywarningsalertsandrecalls/Safetywarningsandmessagesformedicines/con019488etywarningsalertsandrecalls/Safetywarningsandmessagesformedicines/con019488f
http://www.hc-sc.gc.ca/dhp-mps/medeff/advisories-avis/prof/_2004/zyprexa_hpc-cps-eng.phpexa_hpc_e.html

"pharma-kritik"-Nebenwirkungsnummern und früherer BDN-Text, die diese Probleme beschreiben ("pharma-kritik"-Texte nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):
http://www.infomed.org/pk_template.php?pkid=322
http://www.infomed.org/pk_template.php?pkid=686
http://www.infomed.org/bdn.php?bdnid=220html

 

Ginkgo biloba schützt im Gegensatz zu Acetazolamid (Diamox® u.a.) nicht vor Höhenkrankheit

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. April 2004

Das Ergebnis einer aktuellen Doppelblindstudie widerlegt Vermutungen, die Ginkgo biloba eine schützende Wirkung bei Höhenkrankheit zuerkennen: 487 Personen, die im Himalaja von rund 4300 auf knapp 5000 Meter hochwanderten, erhielten zur Prophylaxe gegen Höhenkrankheit zweimal pro Tag ein Ginkgo-biloba-Extrakt, Acetazolamid (250 mg), beide Mittel zusammen oder Placebo. Während Acetazolamid die Häufigkeit von Höhenkrankheit-Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Schlafstörungen signifikant verminderte, half Ginkgo nicht besser als Placebo. Zudem litten in der Gruppe, in der die Kombination von Ginkgo und Acetazolamid verabreicht wurde, mehr Leute unter Kopfschmerzen als in der Gruppe, in der Acetazolamid allein verordnet war.

Volltext der Studie aus dem "British Medical Journal": http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/328/7443/797

Übersichtsartikel zur Höhenkrankheit: http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/326/7395/915

Früherer BDN-Text zu Ginkgo biloba: http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn27.html


 
April 2004
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