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 bad drug news

Februar 2004

Zwei Pestwurz-Präparate werden wegen Hepatotoxizität zurückgezogen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 11. Februar 2004

Pestwurz-Extrakte sind in Apotheken und Drogerien erhältliche Phytotherapeutika, die zur Behandlung von Kopfschmerzen und Krämpfen sowie zur Migräneprophylaxe angepriesen werden. Nun hat Swissmedic zwei Pestwurz-haltigen Mitteln, DoloMed® und Petadolor®, die Zulassung entzogen, nachdem diese Extrakte in Deutschland mit sechs Fällen von schweren, mit Ikterus verbundenen Leberschädigungen in Zusammenhang gebracht worden waren. Alle Betroffenen hatten das Pestwurz-Präparat in der üblichen Dosierung eingenommen.

Aktuelles "Swissmedic Journal" mit der Mitteilung zu den Pestwurz-Extrakten auf Seite 21 (PDF-File, "Acrobat Reader" nötig):
http://www.swissmedic.ch/files/pdf/01_2004.pdf

Artikel aus der "Schweiz. Ärztezeitung" zur Hepatotoxizität unter Pestwurz-Extrakten (PDF-File, "Acrobat Reader" nötig):
http://www.saez.ch/pdf/2003/2003-10/2003-10-013.PDF

Informationen zu Pestwurz (PDF-File, "Acrobat Reader" nötig):
http://www.thorne.com/altmedrev/.fulltext/6/2/207.pdf

 

Asthmakranke: Vorsicht bei der Verwendung von Acetylsalicylsäure und anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. Februar 2004

Gemäss einer systematischen Übersicht kann Acetylsalicylsäure bei 21% der asthmakranken Erwachsenen und bei 5% der asthmakranken Kinder zu Asthma führen. Dies ist deutlich häufiger, als man bisher angenommen hat. Die Hälfte der Betroffenen reagierten auch unter einer niedrigen Acetylsalicylsäure-Dosis (= 80 mg) mit Asthma. Eine Kreuzallergie mit anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern bestand in den meisten Fällen, mit Paracetamol dagegen nur in 7% der Fälle. Deshalb ist Paracetamol bei Asthmakranken unter den peripher wirkenden Analgetika das Mittel der Wahl. Vorausgesetzt dass kein Acetylsalicylsäure-induziertes Asthma bekannt ist, können aber Asthmakranke unter entsprechenden Vorsichtsmassnahmen mit Acetylsalicylsäure oder nicht-steroidalen Entzündungshemmern behandelt werden, falls keine gute Alternative vorhanden ist. Volltext der systematischen Übersicht aus dem "British Medical Journal":
http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/328/7437/434

 

Leberschäden unter Interferon beta (Avonex® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. Februar 2004

Das bei Multipler Sklerose eingesetzte Interferon beta kann in seltenen Fällen zu Leberschäden führen, zum Beispiel in Form einer autoimmunen Hepatitis. Weltweit sind bis anhin drei mit Interferon beta behandelte Personen von einem schweren, eine Transplantation erfordernden Leberversagen betroffen, wobei in einem Fall noch ein anderes hepatotoxisches Medikament eingenommen wurde. Die Leberschäden manifestierten sich in den meisten Fällen während der ersten sechs Therapiemonaten. Es wird empfohlen, die Interferon-beta-Behandlung mit regelmässigen Leberwert-Kontrollen zu begleiten und die Dosis zu reduzieren bzw. das Mittel abzusetzen, wenn die ALAT-Aktivität das fünffache der oberen Norm übersteigt.

Kanadischer ("Dear Doctor Letter"): http://www.hc-sc.gc.ca/hpfb-dgpsa/tpd-dpt/beta-interferon_hpc_e.html

"pharma-kritik"-Nummer "Interferon beta bei Multipler Sklerose": http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk01c-96.html

"pharma-kritik"-Text zu Autoimmunhepatitis und anderen Interferon-beta-Nebenwirkungen (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):
http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk04a-01.html#ut3

Früherer BDN-Text zu Interferon beta: http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn93.html

 

Kombination von Fluticason mit Ritonavir kontraindiziert

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 7. Februar 2004

In Kanada wurde mit einem Rundschreiben darauf aufmerksam gemacht, dass inhalierbare oder intranasal verabreichbare Präparate, die Fluticason enthalten (Axotide®, Seretide®, Flutinase®), nicht zusammen mit Ritonavir (Norvir®) verabreicht werden sollen. Durch die ausgeprägte CYP3A4-hemmende Wirkung von Ritonavir wird der Abbau von Fluticason so gehemmt, dass auch nach lokaler Anwendung mit systemischen Kortikosteroid-Wirkungen zu rechnen ist. Bei anderen CYP3A4-Hemmern wie Azol-Antimykotika oder Makroliden war der Einfluss auf die Fluticason-Spiegel weniger stark, dennoch ist auch in diesen Fällen Vorsicht angezeigt.

Kanadischer "Dear doctor letter":
http://www.hc-sc.gc.ca/hpfb-dgpsa/tpd-dpt/fluticasone_propionate-ritonavir_hpc_e.html

 
Februar 2004
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