bad drug news

Januar 2002

Clozapin (Leponex®): Warnung vor kardialen Nebenwirkungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 25. Januar 2002

In Kanada wird mit einem «Dear Doctor Letter» vor kardialen Nebenwirkungen gewarnt, die unter Clozapin vorgekommen sind. Weltweit sind 213 Fälle einer Myokarditis (50 tödliche), 178 Fälle einer - mehrheitlich dilatativen -Kardiomyopathie (32 tödliche) und 30 Fälle eines Myokardinfarktes (15 tödliche) gemeldet worden; auch andere Herzkrankheiten (Perikarditis, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen) sind beobachtet worden. Bei den Myokarditiden sind Fälle eines positiven «Rechallenge» dokumentiert; bei den Kardiomyopathien war in rund der Hälfte der Fälle keine andere Ursache eruierbar; bei den Myokardinfarkten ist der Kausalzusammenhang in allen Fällen nicht gesichert. Diese kardialen Nebenwirkungen betrafen alle Altersstufen. Das Risiko einer Myokarditis - es wird auf 1 pro 14'000 Personenjahre geschätzt - scheint während der ersten Therapiemonate am grössten zu sein. Personen, bei denen unter Clozapin Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Rhythmusstörungen oder unerklärbares Fieber auftritt, sollen sofort kardiologisch abgeklärt werden.

Kanadischer «Dear Doctor Letter» der Herstellerfirma:
http://www.hc-sc.gc.ca/dhp-mps/medeff/advisories-avis/public/_2002/clozaril_pa-ap-eng.php

 

Amfebutamon (Bupropion, Zyban®): Update zu den Nebenwirkungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. Januar 2002

Die britische Arzneimittelbehörde hat eine Zusammenfassung möglicher Nebenwirkungen von Amfebutamon veröffentlicht, die sie als Spontanmeldungen erhalten hatte. Bis jetzt sind fast 7000 Nebenwirkungs-Verdachtsfälle gemeldet worden (seit der Einführung haben in Grossbritannien rund eine halbe Million Personen Amfebutamon zur Nikotinentwöhnung erhalten). 57 Berichte beschrieben ein Ereignis mit tödlichem Ausgang, wobei in allen Fällen der Zusammenhang mit Amfebutamon nicht bewiesen ist. 168 Meldungen betrafen epileptische Anfälle. Deshalb wird nochmals betont, dass Amfebutamon dosisabhängig das Risiko von epileptischen Anfällen erhöht; die Inzidenz dieser Nebenwirkung wird auf 1‰ geschätzt. Bei epileptischen Anfällen in der Vorgeschichte oder während eines Alkohol- oder Benzodiazepinentzugs ist Amfebutamon kontraindiziert. Falls sonstige Risikofaktoren für epileptische Anfälle bestehen, soll Amfebutamon nur mit grösster Vorsicht und nur in einer maximalen Dosis von 150 mg/Tag verordnet werden.

Safety Update der «Medicines Control Agency» (PDF-File, «Acrobat Reader» nötig): http://www.mca.gov.uk/ourwork/monitorsafequalmed/safetymessages/zyban140102.pdf

«pharma-kritik»-Texte zu Amfebutamon (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk16a-99njs.html
http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk04a-01njs.html

 

Alendronat (Fosamax®) kann möglicherweise eine Pankreatitis verursachen

Verfasst von:
Datum: 11. Januar 2002

Canadian Adverse Drug Reaction Monitoring Program» hat seit Ende 1995 sechs Berichte zu Personen erhalten, die unter einer Behandlung mit Alendronat standen und bei denen eine Pankreatitis aufgetreten ist. Die Latenzzeit erstreckte sich von knapp zwei Wochen bis mehrere Jahre. In einem Fall heilte die Pankreatitis ab, nachdem Alendronat gestoppt worden war; andere Risikofaktoren für eine Pankreatitis waren nicht vorhanden. In den übrigen fünf Fällen ist der kausale Zusammenhang mit der Alendronat-Therapie weniger klar.

Bericht zu den sechs Pankreatitisfällen im «Canadian Adverse Drug Reaction Newsletter»:

http://www.hc-sc.gc.ca/dhp-mps/medeff/bulletin/carn-bcei_v12n1-eng.php

«pharma-kritik»-Texte zu Alendronat:

http://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=409

http://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=317

Übersicht zur Osteoporose:
http://www.aafp.org/afp/990700ap/194.html

 
Januar 2002
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