bad drug news

November 2001

Glitazone: Vorsicht bei Herzinsuffizienz

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 30. November 2001

Mit einem «Dear Doctor Letter» erinnern in Kanada die beiden Herstellerfirmen von Rosiglitazon (Avandia®) und Pioglitazon (Actos®) daran, dass diese Substanzgruppe zu einer Flüssigkeitsretention führen und eine Herzinsuffizienz auslösen oder verschlechtern kann. Personen mit einer diesbezüglichen Vorgeschichte müssen sorgfältig überwacht werden; bei Herzinsuffizienz NYHA-Klasse III oder IV sind Glitazone kontraindiziert.

Die beiden «Dear Doctor Letters»:
http://www.hc-sc.gc.ca/hpb-dgps/therapeut/zfiles/english/advisory/industry/actos_e.html http://www.hc-sc.gc.ca/hpb-dgps/therapeut/zfiles/english/advisory/industry/avandia_e.html

Übersicht zu den Glitazonen:
http://www.ewjm.com/cgi/content/full/173/1/54

«pharma-kritik»-Texte zu Rosiglitazon und Pioglitazon (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk09a-99.html http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk17a-00njs.html

 

Aplastische Anämie unter Epoetin alfa (Eprex®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 25. November 2001

Wie die britische Arzneimittelbehörde meldet, sind weltweit 40 Fälle einer Aplastischen Anämie («Pure red cell aplasia») bekannt, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit Epoetin alfa (Eprex®) stehen. Es handelte sich um Personen mit chronischer Niereninsuffizienz, bei denen sich die Anämie - Monate oder Jahre nach Beginn der Epoetin-Therapie - plötzlich verschlechterte und auch auf eine Epoetin-Dosiserhöhung nicht mehr ansprach. In den meisten Fällen fanden sich im Serum Antikörper gegen Erythropoietin. Personen, die von dieser Nebenwirkung betroffen sind, sollten auch keine anderen Erythropoietin-Produkte (z.B. Epoetin beta = Recormon®) mehr erhalten.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: http://www.mca.gov.uk/ourwork/monitorsafequalmed/safetymessages/eprex.htm

 

Capecitabin (Xeloda®): Interaktion mit oralen Antikoagulantien

Verfasst von:
Datum: 9. November 2001

Unter der Kombination von Capecitabin, einem neuen Zytostatikum, das zur Behandlung von fortgeschrittenen Kolon- und Mammakarzinomen zugelassen ist, und oralen Antikoagulantien sind Blutungen bzw. eine signifikante Zunahme des INR-Wertes beobachtet worden. In den USA wird deshalb der Beipackzettel von Capecitabin mit einem entsprechenden Warnhinweis ergänzt. Die Interaktion kommt vermutlich dadurch zustande, dass Capecitabin das Zytochrom CYP2C9 hemmt. Deshalb ist auch Vorsicht angezeigt, wenn Capecitabin zusammen mit anderen CYP2C9-Substraten verabreicht wird.

Neuer Warnhinweis zu Capecitabin im amerikanischen Beipackzettel (PDF-File, «Acrobat Reader» nötig):
http://www.fda.gov/medwatch/safety/2001/xeloda_changes.PDF

Übersicht zu den Fluoropyrimidinen mit einem Abschnitt zu Capecitabin (PDF-File, «Acrobat Reader» nötig):
http://phth.allenpress.com/phthonline/?request=get-pdf&file=i1060-0280-035-02-0217.pdf

 
November 2001
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