bad drug news

Mai 2001

Itraconazol und Terbinafin: Warnungen der FDA

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 15. Mai 2001

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat am 9. Mai 2001 neue Warnungen zu Itraconazol (Sporanox®) und Terbinafin (Lamisil®) veröffentlicht. Beide Antimykotika wurden in seltenen Fällen mit lebensbedrohlichen Leberschäden in Verbindung gebracht. Todesfälle sind allerdings nur in kleiner Zahl beobachtet worden (je 11 unter Itraconazol und Terbinafin). Zusätzlich kann es jedoch unter Itraconazol zu einer Herzinsuffizienz kommen, da die Substanz eine negativ-inotrope Wirkung aufweist. Die FDA hat Kenntnis von 58 Fällen, in denen Itraconazol Ursache oder Teilursache einer Herzinsuffizienz war; 13 Personen sind gestorben. Die FDA empfiehlt, vor der Behandlung einer Nagelmykose mit Itraconazol oder Terbinafin auf alle Fälle die Infektion mykologisch nachzuweisen. Lokal anwendbare Formen von Terbinafin können jedoch bedenkenlos angewandt werden.

Übersicht zu den aktuellen FDA-Dokumenten:
http://www.fda.gov/cder/drug/advisory/sporanox-lamisil/default.htm

FDA Talk Paper zu diesen beiden Antimykotika:
http://www.fda.gov/bbs/topics/answers/2001/ans01083.html

pharma-kritik-Übersicht zu den Hautmykosen:
http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk19a-95.html

 

Wie gut wirkt Johanniskraut wirklich?

Verfasst von:
Datum: 4. Mai 2001

Eine kürzlich veröffentlichte Studie liefert Überraschendes zur Wirkung von Johanniskraut (Hypericum): 200 Personen mit einer Depression und mindestens 20 Punkten auf der «Hamilton Depression Scale» (HAM-D) wurden mit einem Johanniskrautextrakt (3 bis 4mal 300 mg/Tag) oder mit Placebo behandelt. Nach 8 Wochen erreichte man mit Johanniskraut bei 27% der Fälle eine Besserung (HAM-D unter 13), bei 14% eine Remission (HAM-D unter 8); mit Placebo lagen diese Prozentsätze bei 19% bzw. 5%. Die Remissionsrate war der einzige Unterschied, der signifikant war (möglicherweise nur, weil es sich um kleine Zahlen handelte). Zahlreiche Studien, auch in Metaanalysen zusammengefasst, hatten Johanniskraut als wirksames Antidepressivum erscheinen lassen; viele weisen jedoch methodische Schwächen auf, was den Gegensatz zu dieser aktuellen Studie erklären mag.

Zusammenfassungen der Studie (für «Medscape»-Text kostenlose Anmeldung/Passwort nötig):
http://jama.ama-assn.org/issues/v285n15/abs/joc02013.html http://www.medscape.com/reuters/prof/2001/04/04.18/20010417clin012.html

Metaanalysen zur antidepressiven Wirksamkeit von Johanniskraut (für «Cochrane Library» kostenlose Anmeldung/Passwort nötig): http://www.bmj.com/cgi/content/full/313/7052/253
http://MEDIZINCOCHRANE:COCHRANEMEDIZIN@cochrane.
kfinder.com/fulltext/00017/00867/COCH0001700867_doc.html

Interaktionen mit Johanniskraut (BDN #4 vom 22.2.00):
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn04.html

 
Mai 2001
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